News Informationsoffensive für mehr Sicherheit bei Rhein-Hochwasser 18. Mai 2018

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In den nächsten Tagen bekommen alle 10.500 Lustenauer Haushalte und Betriebe wichtige Post von der Gemeinde: Ein Ratgeber informiert darüber, was bei einem Rhein-Hochwasser zu tun ist und wie man für den Fall der Fälle vorsorgen kann. Die Informationsbroschüre, die in allen 11 Rheingemeinden Vorarlbergs versendet wird, ist Teil einer Informationsoffensive für mehr Sicherheit bei Rhein-Hochwasser. Im Juni soll in einer groß angelegten Einsatzübung die Kommunikation mit der Bevölkerung erprobt werden.
Wetterextreme, das Rheinhochwasser im Juni vor zwei Jahren, der Dammbruch 1987 bei Fußach, die Jahrhundertflut 2005 vor unserer Haustüre: Was wäre gewesen, wenn es damals im Einzugsgebiet des Rheins so stark geregnet hätte wie im Bregenzerwald? "Alarmstufe Rot, Evakuierung!"
Rhein-Hochwasser ist reale Gefahr

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Die Antwort der Landeswarnzentrale macht unmissverständlich klar: Ein Rhein-Hochwasser ist eine reale Gefahr, die den wenigsten bewusst ist. Das soll sich ändern: Die Bevölkerung wird jetzt offensiv in den Hochwasserschutz eingebunden. Eine neue Broschüre macht auf die Gefahr aufmerksam und klärt auf, wie man sich im Notfall richtig verhält. Darüber informierten Landeshauptmann Markus Wallner, Sicherheitslandesrat Christian Gantner, Bürgermeister Kurt Fischer und RHESI-Projektleiter Markus Mähr bei der Pressekonferenz am 16. Mai 2018.
Kernaussage: „Wir können den Schaden nur so gering wie möglich halten, wenn wir gut vorbereitet sind.“ Sollten die Dämme bei einem Hochwasser brechen, müsste die Bevölkerung evakuiert werden. Umso wichtiger sei es, die Sicherheit am Rhein weiter auszubauen, pochen die Verantwortlichen auf die rasche Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts RHESI.

Fotomontage! © comm.ag
"Wir wollen weder Ängste schüren noch die Bevölkerung in Sicherheit wiegen. Aber wir können die Bevölkerung nur schützen, wenn sie gut informiert und richtig vorbereitet ist."
Mitwirkung der Bevölkerung

Auf diesen Ernstfall ist Lustenau gut vorbereitet. Mit dem neu aufgestellten Katastrophenschutzplan, der Sicherheitsenquete im Sommer 2015 und einem großen Hochwassertag im Herbst 2016 für die Bevölkerung hat die Gemeinde Pionierarbeit geleistet. „Nun konnten wir auch das Land und die weiteren Gemeinden am Rhein ins Boot holen. Gemeinsam haben wir nach unserem Lustenauer Vorbild den Bevölkerungsschutz und die Katastrophenhilfe für das Vorarlberger Rheintal optimiert. Die Internationale Rheinregulierung sorgt für die baulichen Schutzmaßnahmen am Rhein. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und wir als Einsatzleitung stehen bereit, um Hochwassergefahren zu bannen und eine Evakuierung logistisch zu meistern
„Wir brauchen die Mitwirkung unserer Bürgerinnen und Bürger, ihr Bewusstsein und ihre Vorbereitung auf den Notfall."
Doch der beste Plan funktioniert nicht, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner eine Extremsituation nicht erkennen oder ernst nehmen", spricht der Bürgermeister eine Kernaufgabe im Hochwasserschutz an: Die richtige Vorsorge und die Hochwassergefahr im kollektiven Bewusstsein zu verankern. „Wir brauchen die Mitwirkung unserer Bürgerinnen und Bürger, ihr Bewusstsein und ihre Vorbereitung auf den Notfall."

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Informationen in Hochwasserbroschüre gebündelt

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Wie sich die Bürgerinnen und Bürger auf diesen Notfall richtig vorbereiten können, darüber informiert die neue Broschüre „Für unsere Sicherheit bei Rheinhochwasser". So sollte man sich in der Familie darüber Gedanken machen, wo man im Falle einer Evakuierung unterkommt, ob man eine Notunterkunft benötigt und wie man dorthin gelangt. Der praktische Ratgeber beschreibt auch die drei Alarmierungsphasen bei Hochwasser und er enthält Notfallpläne, denn die Vorsorge für "lebensrettende Sofortmaßnahmen" ist gesetzlich vorgeschrieben. Auch die verschiedenen Medien, die im Notfall richtig und schnell informieren, sind aufgelistet.
Hochwasserbroschüre "Für unsere Sicherheit bei Rhein-Hochwasser"
Download
Aktuelle Informationen finden die Bürgerinnen und Bürger auf www.lustenau.at/hochwasser und Lustenaus Social Media-Kanälen Facebook, Twitter und Instagram. Für Katastrophenfälle hat die Landeswarnzentrale eine eigene Website www.vorarlberg.at/warnung eingerichtet, die im Notfall alle wichtigen Informationen auf einen Blick bietet. Neu ist auch der Social Media Auftritt „Unser Vorarlberg", mit denen das Land direkt mit der Bevölkerung kommunizieren kann. Mit der App „Katwarn“ steht eine Möglichkeit zur schnellen und direkten Warnung und Alarmierung der Bevölkerung in Krisen- und Katastrophensituationen zur Verfügung. Auch im Hochwasserfall werden die Nutzerinnen und Nutzer persönlich gewarnt. Sie erhalten gesicherte Informationen der Katastrophenschutzbehörden direkt auf ihr Handy.
Überflutungschecker – Gefahr auf einen Blick

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Sie ist eine der häufigsten Fragen, wenn man über die Gefahren eines Rheinhochwassers spricht: „Wie hoch wäre mein Haus überflutet?" Der Überflutungschecker, den die Lustenauerinnen und Lustenauer vom Hochwassertag kennen, ist jetzt auch online über die Gemeindewebsite oder direkt auf www.vorarlberg.at/warnung abrufbar. Er berechnet für jede Adresse in den elf Rheinanliegergemeinden, wie hoch das Wasser bei verschiedenen Hochwasserszenarien stehen würde. Der Hochwasserchecker zeigt auch an, in welcher Evakuierungszone sich das abgefragte Objekt befindet.
Groß angelegte Einsatzübung in Echtzeit

Am 22. und 23. Juni 2018 werden Land, Gemeinden und die Einsatzkräfte eine große Rheinhochwasserübung unter Einbindung der Bevölkerung durchführen. Dabei sollen u.a. die Informationsflüsse an die Medien und die Bevölkerung erprobt werden.
Auf ein Hochwasser vorbereiten.

© VLK, Alexandra Serra
Üben, damit im Ernstfall alles klappt
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